Ich höre Dich

„Ich höre Dich“ – Veranstaltungsreihe zum Phänomen der prozessorientierten Musik

Improvisation allgemein, freie Improvisation aber in einem bisher nicht erreichten Mass thematisiert die Präsenz, Rolle und Wirkung von Freiheit im Prozess der Musikerzeugung, diesem stets gesellschaftlich relevanten Bereich der Begegnung des Geistigen, Emotionalen und Sinnlichen. In ihr wirkt die Kraft der Befreiung oder, positiv formuliert, die Kraft der Selbstfindung und Selbstbestimmung.Seit dem Anfang der sechziger Jahre des letzten Jahrhunderts entwickelt sich in der Musik eine Strömung, die als Gegenbewegung zur damals herrschenden Hochblüte der Durchstrukturierung in der zeitgenössischen Musik und der klanglichen, harmonischen, rhythmischen und formalen Festgelegtheit im Jazz andere Schwerpunkte gesetzt hat. Der ‚Free Jazz‘, die ‚Freie Musik‘, die ‚Frei improvisierte Musik‘ oder ‚Improvised Music‘, das ‚Instant Composing‘ sind getragen von einer Neubestimmung dessen, was hinter den Begriffen des musikalischen Klangs, des Rhythmischen und Harmonischen, der Formfindung und der Stellung der musikalischen Akteure zueinander steht. Klang, Rhythmus, Harmonik, Form erfahren eine enorme Erweiterung, die Trennung von Interpret und Komponist verschwindet, die Improvisation, der Brennpunkt des Augenblicks, seine Intensität und Energie rücken in die Mitte der Aufmerksamkeit.

Ein Angebot im Stadtteil, in der Stadt – Vermittlung:

Warum Improvisierte Musik machen? Der Beweggründe sind viele. Der Wunsch, in der Musik eigene Wege zu finden und zu verwirklichen, den eigenen Ideen zu folgen und ihnen Raum zu geben; das Streben nach der Entwicklung der eigener Stimme und Sprache; die Suche nach Interaktion mit anderen Menschen in Freiheit und dabei die zentrale Frage nach dem Dialog: Dialog, wie geht das?
Mit einer sechsmal stattfindenden Session, zu der alle interessierten Spielerinnen und Spieler eingeladen sind, mit zwei Konzerten professioneller Ensembles und mit Gesprächsrunden werden in praktischer, anschaulicher und denkerischer Form Aspekte der freien Improvisation in der Musik vorgestellt und erfahrbar gemacht.

Termin: immer Mittwoch 16.4. – 14.5. um 20h im HENNES-Lokal

Philippe Micol, Duisburg, Musiker, Klarinettist, Saxophonist, Interpret experimenteller Musik, Komponist, Improvisator.

Ich bin 1955 in Basel (CH) geboren, habe lange in Bern (CH) gelebt, und bin nun seit einigen Jahren in Duisburg (D). Über eine klassische Ausbildung, die Begeisterung für Neue und Experimentelle Musik sowie für die neuen Tendenzen im Jazz führte es mich zur Improvisierten Musik. 1982 gab es die Inititiative zur Gründung der Werkstatt für Improvisierte Musik Bern. Darauf folgten eine internationale Konzerttätigkeit, die Zusammenarbeit mit Performance-Künstlerinnen, Rundfunkproduktionen und Kollaborationen in interdisziplinären Zusammenhängen, Aufenthalte in Berlin 1984 und 1993 in New York. 1995 begannen ausgedehnte Aktivitäten mit Ruth Bamberg, viele Klang/Video-Projekte, eine Buchveröffentlichung (Autorenverlag Matern), CD-Produktionen. Elektronische Musik. Verschiedene Tonträger bei Unit Records Switzerland und NurNichtNur, Kleve, und im Eigenverlag.

„… Philippe Micol ist ein Tüftler, ein Forscher, ein Suchender; keiner, der definitive Meinungen hinstellt, keiner, dem der Klang so und derart absolut wäre. Micol ist eher ein Jongleur, ein Mobilekünstler.“ Jazzthetik

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Eine Antwort to “Ich höre Dich”

  1. Hallo,
    wann sind die nächsten Session-Termine?

    Gruß Felix

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